Edelsteine, Wildkräuter und ein Waldzwerg: unsere Sommerwanderung am Berger See

Am 3. Juli trafen wir uns am Berger See in Steinhöring zu einer kleinen Kräuterwanderung: fünf Erwachsene und drei Kinder, die sich auf den Weg machten, um die Pflanzen am Wegesrand kennenzulernen.

Der Weg führte über Wiesenränder und Waldsäume, vorbei an einem See, der in diesem trockenen Sommer deutlich weniger Wasser führte als sonst — und gerade dadurch einen unerwarteten Fund freigab, dazu später mehr.

Der Berger See in Steinhöring, Ausgangs- und Endpunkt unserer Wanderung.

Ein Waldzwerg und seine verlorenen Edelsteine

Für die drei Kinder hatten wir eine kleine Geschichte vorbereitet: Ein Waldzwerg soll auf seinem Weg durch den Wald bunt gefärbte Bohnen verloren haben. Die Kinder suchten eifrig zwischen Wurzeln, unter Blättern und in Astgabeln danach und waren mit vollem Einsatz dabei. Aus dem kleinen Spiel wurde nebenbei eine Möglichkeit, den Wald mit anderen Augen zu betrachten.

Auf der Suche nach den Edelsteinen des Waldzwergs: gefärbte Bohnen, versteckt im Unterholz.

Wissen wurde geteilt

Unter den Erwachsenen war schon einiges an Kräuterwissen vorhanden, sodass jeder von jedem noch etwas dazulernen konnte — mal ein Bestimmungsmerkmal, mal eine Verwendung, mal einfach eine andere Erfahrung mit derselben Pflanze.

Gemeinsam unterwegs: Kräuterwissen wurde in der kleinen Runde ausgetauscht.

Was am Wegesrand alles wuchs

Mit wachsamem Blick bestimmten wir die typischen Wildkräuter unserer Heimat und sammelten, was sich zum Verkosten eignete. Auf unserer Liste standen unter anderem:

  • Brennnessel
  • Schafgarbe
  • Mädesüß
  • Waldhimbeeren
  • Löwenzahn
  • Nelkenwurz
  • Spitzwegerich
  • Rotklee

Auffällig, wie viele essbare und heilkräftige Pflanzen direkt am Wegesrand wachsen — Pflanzen, an denen man im Alltag oft einfach vorbeiläuft.

Mädesüß am Wegesrand — eines der Wildkräuter, die wir bestimmt haben.
Rotklee und Spitzwegerich, zwei unscheinbare, aber vielseitige Wegbegleiter.
Waldhimbeeren, die wir am Wegesrand entdeckt haben.

Eine unerwartete Entdeckung am See

Die eigentliche Überraschung wartete dort, wo wir gestartet waren: am Berger See. Der niedrige Wasserstand hatte einen breiten, feuchten Uferstreifen freigelegt — und darauf wuchs in dichten, pinkroten Horsten der Blutweiderich, eine Pflanze, die deutlich weniger bekannt ist als Löwenzahn oder Brennnessel, uns aber mit ihren Blütenständen sofort auffiel.

Ausklang in der Abenddämmerung

Als die Sonne tiefer stand, kehrten wir zurück an unseren Ausgangspunkt. Dort gab es zum Abschluss selbstgemachtes Brot mit Aufstrichen aus frisch gesammelten Wildkräutern — ein gemütlicher Ausklang eines Abends mit vollen Bohnentaschen und neuem Pflanzenwissen im Gepäck.

Wer Lust hat, bei einer der nächsten Wanderungen dabei zu sein, ist herzlich eingeladen — auch ohne Vorkenntnisse und unabhängig vom Alter.